Der Winter stellt ältere Menschen vor Aufgaben, die jüngere nebenbei lösen: warm bleiben, nicht ausrutschen, trotzdem in Bewegung kommen und sich nicht einsam fühlen. Wer als Tochter oder Sohn aus der Ferne unterstützt, kann mit wenigen konkreten Dingen viel bewirken.

Die vier Winterfronten

Ältere Menschen kämpfen im Winter auf vier Fronten gleichzeitig: Stürze auf glattem Grund, Unterkühlung schon bei mäßigen Temperaturen, zu wenig Trinken (Kälte dämpft das Durstgefühl zusätzlich) und weniger Tageslicht mit weniger Bewegung. Jede Front lässt sich mit einfachen Mitteln besetzen.

Sicherheit draußen

Rutschfeste Schuhsohlen sind die wichtigste Winterrüstung. Profil prüfen lassen oder Schuhe mit Spikes aufrüsten gehört für viele Städte inzwischen zur Grundausstattung. Streumittel im Hausflur, ein Griff am Hauseingang und die Frage nach dem Weg zum Einkaufsladen bei Glätte sind kleine Dinge mit großer Wirkung.

Wer selbst weit weg wohnt, kann trotzdem helfen: einen Winterdienst organisieren, Lieferdienste für Eisregen-Tage vorschlagen, Telefonate an die Tage koppeln, an denen die Eltern normalerweise einkaufen gehen.

Wärme von innen

Ältere Menschen frieren schneller, weil Muskeln weniger Wärme produzieren. Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke. Heiße Mahlzeiten, Suppen und Tees tun doppelt Dienst: Sie wärmen und liefern Flüssigkeit.

Genau beim Trinken lauert die Winterfalle: Wer friert, hat noch weniger Lust auf kaltes Wasser. Warme Alternativen halten den Flüssigkeitshaushalt in Gang. Unser Artikel Trinkmenge im Alter erklärt, warum Durst allein kein guter Ratgeber ist.

Licht, Bewegung, Stimmung

Weniger Tageslicht drückt bei vielen Menschen die Stimmung. Ein Mittagsspaziergang verbindet drei Nutzen: Licht, Bewegung und Gesellschaft. Wer als Angehörige(r) weit weg wohnt, kann feste Anrufzeiten ans Ende solcher Runden legen.

VorurteilIm Winter soll man drinnen bleiben, um sich nicht zu erkälten.

Was dran istErkältungen kommen von Viren, nicht von Kälte allein. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt Kreislauf und Stimmung. Hauptsache trocken, warm und bei Glatteis vorsichtig.

Der Wintercheck für den Haushalt

Wintercheck in 15 Minuten (am Telefon oder beim Besuch)

  • Heizung läuft? Raumtemperatur mindestens 20 Grad in Wohnräumen
  • Streugut vorhanden? Kies oder Salz griffbereit
  • Schuhsohlen in Ordnung?
  • Vorräte für schlechte Tage da?
  • Medikamente für eine Woche extra
  • Notfallnummern sichtbar notiert

Wenn Sorge bleibt

Manchmal ist es mehr als Wintermüdigkeit: Wenn Eltern Wochenlang traurig wirken, kaum noch essen oder ihre Wohnung vernachlässigen, lohnt ein offenes Gespräch und ärztliche Beratung. Einsamkeit ist im Winter kein Randthema; wir widmen ihr einen eigenen Artikel.

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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Hausarztpraxis. Redaktionell geprüft und mit Quellen belegt.

Quellen

  1. Ernährung im Alter (gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit))
  2. Flüssigkeitsmangel (Dehydration) (Gesundheitsinformation.de (IQWiG))