Der beste Zeitpunkt für Sport war vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste ist heute. Der Körper baut bis ins hohe Alter Kraft und Ausdauer auf, wenn man ihn fordert, und verliert beides schnell, wenn nicht. Die Frage ist nicht, ob Sport ab 60 wirkt, sondern welche Art zu dir passt.

Was Bewegung im Alter leistet

Regelmäßige Bewegung erhält Muskelmasse, Knochendichte, Gleichgewicht und Stimmung. Sie senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Stürze. Die WHO stuft körperliche Inaktivität als eigenständigen Risikofaktor ein; umgekehrt profitieren gerade Ältere messbar von jeder zusätzlichen Aktivitätsminute.

Zwei Bausteine zählen besonders:

  1. Ausdauer (zweieinhalb Stunden pro Woche moderat), etwa zügiges Gehen.
  2. Kraft und Balance mindestens zweimal pro Woche.

Sechs Sportarten im Vergleich

Was die Sportarten besonders fördernBewertung von 1 (gering) bis 5 (stark)
Was die Sportarten besonders fördern
Wandern: Ausdauer4/5
Wandern: Balance3/5
Schwimmen: Gelenkschonung5/5
Schwimmen: Knochenreiz2/5
Krafttraining: Muskelerhalt5/5
Krafttraining: Alltagsnutzen5/5
Yoga/Tai-Chi: Balance5/5
Radfahren: Ausdauer4/5
Quelle: qualitative Einordnung nach den Schwerpunkten der WHO-Bewegungsempfehlungen

Wandern und zügiges Gehen sind der unterschätzte Klassiker: kostenlos, sozial, gelenkschonend und genau im moderaten Bereich. Nordic Walking verstärkt den Effekt durch Armeinatz.

Schwimmen und Wassergymnastik entlasten Gelenke vollständig und trainieren Atmung und Ausdauer. Ideal bei Gelenkproblemen oder Übergewicht. Der Knochenreiz bleibt allerdings gering.

Krafttraining ist die unterschätzte Disziplin ab 60. Mit Geräten im Studio oder eigenen Körpergewicht zu Hause erhalten Beine und Rumpf ihre Kraft, die über Selbstständigkeit entscheidet. Studien zur Prävention zeigen: Auch Menschen in den Achtzigern bauen deutlich Kraft auf.

Yoga und Tai Chi verbessern Balance, Beweglichkeit und Entspannung. Für Sturzprävention sind sie hervorragende Ergänzungen.

Radfahren trainiert Ausdauer sanft, auf dem Ergometer auch wetterunabhängig und sicher.

Tanzen verbindet Ausdauer, Koordination, Gedächtnis und Gesellschaft. Kaum eine Bewegungsform macht glücklicher.

VorurteilAb 60 sollte man es ruhig angehen lassen.

Was dran istDas Gegenteil stimmt: Schon kurze Bettruhe lässt Muskeln schneller schrumpfen als junger Menschen. Schonende Belastung hält den Körper fit. Wichtig ist ein langsamer Einstieg mit vernünftigem Aufbau.

So startest du ohne Frust

Einstieg in vier Wochen

  • Woche 1: täglich 15 Minuten spazieren, Tempo gemütlich
  • Woche 2: 20 bis 30 Minuten, einmal pro Woche eine Kraftübung für Beine
  • Woche 3: Tempo leicht steigern, zweite Krafteinheit dazu
  • Woche 4: feste Termine einplanen, gern in Gruppe oder Verein

Bei bestehenden Erkrankungen, Beschwerden in Brustkorb oder Atemweg oder langer Pause gehört vorher ein kurzer Check in der Hausarztpraxis dazu. Sportvereine bieten oft spezielle Gruppen ab 60 mit Übungsleitern an; die Reha-Sport-Kurse der Krankenkassen sind ärztlich verordnet möglich.

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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich an deine Hausarztpraxis. Redaktionell geprüft und mit Quellen belegt.

Quellen

  1. Gesund durch Bewegung (gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit))
  2. Physical activity (Fact sheet) (World Health Organization (WHO))